Multifokale Linsen

Multifokale Linsen nutzen das von der Bifokalbrille bekannte Prinzip der zwei Sehschärfen auch für Kontaktlinsen. Sie kommen zum Einsatz, wenn für das nahe und das ferne Sehen zwei unterschiedliche Brillenstärken benötigt werden. Wer bislang Brillen trägt, kann also sehr leicht feststellen, ob multifokale Linsen für ihn eine mögliche Alternative darstellen: Wird zusätzlich zur normalen Brille eine spezielle Lesebrille benötigt, könnten multifokale Linsen eine gute Alternative sein. Gleiches gilt selbstverständlich für Brillenträger, die bereits eine Bifokalbrille tragen.
Das Funktionsprinzip
Multifokal bedeutet übersetzt „mehrere Brennpunkte“. Genau das zeichnet multifokale Linsen aus. Sie verfügen über unterschiedliche Brennweiten, um nahe und ferne Objekte scharf sehen zu können. Die Aufgabe besteht nun darin, dafür Sorge zu tragen, dass das Auge die jeweils richtige Brennweite nutzt. Für dieses Problem existieren zwei Lösungen. Eine Lösung besteht darin, dass –wiederum analog zur Bifokalbrille – die multifokalen Linsen über zwei Bereiche mit unterschiedlichen Brennweiten verfügen. Diese Technik wird als das alternierende System bezeichnet. Alternativ dazu kommt das so genannte bivisuelle System zur Anwendung. Dieses System setzt darauf, die Aufgabe der Trennung von Nah- und Fernbereich nicht dem Linsenschleifer zu übertragen, sondern auf die erstaunliche Lernfähigkeit des menschlichen Gehirns zu setzen. Es werden also im gesamten Sehbereich stets zwei Bilder mit unterschiedlicher Brennweite erzeugt. Eines dieser Bilder ist im Nahbereich scharf und im Fernbereich unscharf, beim zweiten Bild verhält es sich exakt umgekehrt. Das Gehirn lernt nach einer Eingewöhnungszeit, nur noch die scharfen Bilder wahrzunehmen und die unscharfen zu unterdrücken.
Kann jeder Patient multifokale Linsen nutzen?
Brillenträgern ist grundsätzlich anzuraten, vor dem Wechsel zu Kontaktlinsen einen Augenarzt oder einen Optiker zu konsultieren. Das gilt für multifokale Linsen ebenso wie für andere Kontaktlinsen. Wer aber bereits Kontaktlinsen trägt und diese gut verträgt, kann im Normalfall auch multifokale Linsen tragen. Dies umso mehr, da seit Anfang 2009 auch multifokale Linsen mit sehr hoher Sauerstoffdurchlässigkeit (DK-Wert) angeboten werden. Es sollte allerdings beachtet werden, dass die erforderliche Eingewöhnungszeit individuell sehr unterschiedlich sein kann. Während dieser Eingewöhnungsphase ist dringend zu empfehlen, immer eine Brille als Ersatz mit sich zu führen, falls es zu Problemen kommt. Insbesondere für Autofahrer ist dies nicht nur empfehlenswert, sondern zwingend erforderlich.
Bild: © Arto-Fotolia.com
